Geschichte und Regeln

Wissenswertes rund um den Rollstuhlbasketball

Rollstuhlbasketball ist eine junge, noch relativ unbekannte Sportart. Was die wenigsten wissen: Neben körperlich behinderten Menschen ist es auch nichtbehinderten Frauen und Männern erlaubt, an dem Spiel teilzunehmen. Das Regelwerk entspricht in vielen Punkten dem des Standard-Basketballs. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Mitspieler mit einem Punktesystem klassifiziert werden (siehe unten), um die Teamstärken auszugleichen. In Deutschland findet der Spielbetrieb in insgesamt 21 Ligen statt.

Die Geschichte des Rollstuhlbasketballs 

Die Geschichte des Rollstuhlbasketballs reicht bis in das Jahr 1946 zurück. Etliche Basketballer aus den USA und Großbritannien wollten damals trotz Kriegsversehrungen Ihren Sport weiterbetreiben. Immer mehr Teams entwickelten sich, sodass 1948 bereits der erste Titel im Rollstuhlbasketball ausgespielt wurde. Seit 1960 ist Rollstuhlbasketball eine Sportart der Paralympics. Heute ist der Sport in etwa 80 Ländern verbreitet und wird von 25.000 Menschen gespielt.

Rollstuhlbasketball: Besonderheiten und Regeln 

Die Teams bestehen aus fünf Feldspielern. Zudem dürfen bis zu sieben Spieler auf der Ersatzbank Platz nehmen. Die Spieldauer beträgt 4 x 10 Minuten. Ist der Spielstand am Ende der regulären Spielzeit ausgeglichen, folgen so lange fünfminütige Verlängerungen, bis das Spiel entschieden ist.

Das Treffen des Korbes mit dem Basketball wird wie folgt gewertet:

- Freiwurf: 1 Punkt

- Treffer innerhalb Dreipunktelinie: 2 Punkte

- Treffer außerhalb Dreipunktelinie: 3 Punkte

Für Geschwindigkeit sorgt die 24-Sekunden-Regel. Innerhalb dieser Zeitspanne muss es gelingen, einen Korb zu werfen oder mit dem Ball mindestens den Ring zu berühren, sonst erhält das gegnerische Team den Ball.

Weitere Regeln sind:

  • Dribbeln: Der Spieler darf maximal zweimal am Greifring des Rades ziehen, ohne zu dribbeln. Andernfalls wird dies als Schubfehler gewertet.

  • Die Spielfläche darf nicht mit den Füßen berührt werden.

  • Innerhalb von 8 Sekunden muss der Ball in der gegnerischen Feldhälfte sein.

  • Ein Spieler darf sich maximal 3 Sekunden in der Zone des Gegners aufhalten (Ausnahme: Der Spieler befindet sich in einer Wurfbewegung, hat die Hände oben oder wird vom Gegner behindert.)

  • Fouls: Es sind maximal 5 Fouls oder 2 unsportliche Fouls erlaubt. Danach wird der Spieler vom Platz gestellt. Nachdrücken oder Zurückhalten sind jedoch erlaubt.

  • Spielfeld: Standardbasketballfeld mit Korbhöhe von 3,05 Metern.

Funktionale Klassifizierung 

Durch diese Regelung werden unterschiedliche Teamstärken ausgeglichen. Je nach Fähigkeit, verschiedene Bewegungen auszuführen, erhalten die einzelnen Spieler Punkte. Spieler mit dem höchsten Behinderungsgrad werden mit 1,0, unbehinderte Spieler mit 4,5 Punkten bewertet. Frauen erhalten grundsätzlich einen Abzug von 1,5 Punkten. Die Punktzahl des Teams darf 14 nicht überschreiten (Ausnahme: deutsche Regionalliga oder tiefer mit 14,5 Punkten).